Gut zwei Wochen sind es noch, dann wird in der Gemeinde Kalbach ein neuer Bürgermeister gewählt. Wie du ja weißt, liebe ständig wachsende Fangemeinde, sind wir ganz gut in der Betreuung von Bürgermeisterkandidaten. Unsere Erfolgsquote liegt bei etwa 80 Prozent. Damit sind wir sogar bundesweit ziemlich weit vorne. Jetzt kannst du sagen: „Ihr sucht euch ja auch nur die aus, die gut sind.“ Ich antworte: „Das stimmt.“ Marcel Kister, unser Mann für Kalbach, ist ein richtig Guter.
Von Steffen Reith
Wir müssen nicht bei jeder Bürgermeisterwahl mitmachen. Und gerade die Gemeinde Kalbach ist für mich persönlich ein bisschen tricky. Meine Ehefrau Diana R. (Datenschutz) stammt aus Mittelkalbach. Wir haben dort viel Verwandtschaft, mit der wir uns gut verstehen. Dass es in der Heimat nicht ganz einfach ist, Wahlkampf zu machen, habe ich vergangenes Jahr in Eichenzell erlebt.
Jedenfalls haben wir uns in Kalbach lange zurückgehalten. Und dann kam Marcel Kister. 35 Jahre alt, verheiratet, Familienvater und Verwaltungsfachwirt mit zahlreichen Zusatzqualifikationen. Er mag Fußball und Fastnacht und – ganz wichtig – ist freundlich und aufgeschlossen. Nach einem ersten Telefonat war ich schon ziemlich angefixt, nach dem ersten Treffen war uns klar: „Den machen wir.“
Und wir nehmen noch lange nicht jeden. Bei der Kalbacher Bürgermeisterwahl 2020 zum Beispiel waren beide Bewerber bei uns im Gedankenturm vorstellig. Vom Hocker gerissen hatte uns damals keiner. Deshalb damals kein Engagement in Kalbach von Bensing & Reith.
Dieses Mal ist das anders. Wir schaffen total gerne mit Marcel. Der ist fleißig, aufgeschlossen und hat einfach eine gute Art. Er kann zuhören und ist gesellig. Ihm merkt man an, dass all die Feste und Veranstaltungen kein notwendiges Übel sind. Er hat Spaß daran, sich mit den Leuten zu unterhalten.
Es gibt einige, die sagen: „Wie soll der das alles schaffen. Familienvater mit zwei kleinen Kindern, Hausbau und dann noch Bürgermeister.“ Ich sage: „Der packt das. Weil er gut organisiert ist und das passende familiäre Umfeld hat. Es gibt wirklich schlimmere Lebenssituationen.“
Und eines noch: Er ist als Kämmerer bei der Gemeinde Kalbach beschäftigt. Damit ist er Untergebener des Amtsinhabers und Mitbewerbers. Jetzt aber von mangelnder Loyalität oder gar Meuterei zu sprechen, ist totaler Quatsch. Du solltest es anders sehen: Da hat einer die Eier und sagt: „Ich weiß, wo es hapert. Und ich will es besser machen.“
Wir freuen uns jedenfalls auf die letzten beiden Wochen Wahlkampf und sind sogar schon ein bisschen traurig, den Marcel dann ziehen zu lassen. Den Leuten aus Kalbach gebe ich mit auf den Weg ins Wahllokal: Vertraut dem Marcel. Der Kämmerer wird zum Kümmerer.





