Du musst heute etwas Nachsicht haben, liebe ständig wachsende Fangemeinde. Denn meine Finger sind in den vergangenen Wochen eingerostet. Sie gewöhnen sich mit diesem Blogtext erst wieder ans Tippen, und mein Kopf ans Kreativsein. Zwei Dinge, die ich unfassbar doll vermisst habe. Sechseinhalb lange Wochen war ich zuhause. Krankgeschrieben. Doch jetzt bin ich zurück: Mit so viel Freude an der Arbeit, dass sie schon ansteckt.
Von Paula Mainusch
Ich mach’s kurz: Vor den Weihnachtsfeiertagen wurde bei mir festgestellt, dass in meinem rechten Auge einiges kaputt ist. Das musste jetzt repariert werden. Deshalb wurde ich im Februar operiert und konnte folglich nicht arbeiten. Und wenn du jetzt denkst, dass ich mir zuhause eine entspannte Zeit gemacht habe, dann überzeuge ich dich vom Gegenteil. Stell dir vor, du bremst ein 200-km/h-schnelles Auto auf der Autobahn binnen weniger Sekunden komplett aus. Äußerlich siehst du dem Fahrzeug den Tempowechsel nicht an, aber unter der Oberfläche steht alles noch unter Spannung.
Ein guter Vergleich, um nachvollziehen zu können, wie schwer mir das „Ruhehalten“ gefallen ist. Aber ich will nicht meckern, jammern oder Mitleid erregen. Ich blicke jetzt positiv, optimistisch und motiviert in die Zukunft – jedenfalls mit einem gesunden und einem halbswegs gesunden Auge.
Mein Comeback habe ich am Mittwoch gefeiert. Du hättest mich mal sehen müssen: Wie ein junges Reh bin ich aus dem Bett gehüpft, als der Wecker klingelte. Mein Frühstück habe ich komischerweise singend vorbereitet. Und als ich nach sechseinhalb Wochen das erste Mal wieder hinterm Autosteuer saß, habe ich kurz laut „Wuhu“ geschrien.
Nico und Steffen fiel ich vor Wiedersehensfreude erstmal in die Arme. Denn das, liebe ständig wachsende Fangemeinde, lass dir gesagt sein: Sechseinhalb Wochen ohne Sprüche deiner Chefs, sind verlorene sechseinhalb Wochen. Das Team habe ich ganz besonders vermisst.
Der erste Kaffee im Gedankenpalast war einer der besten Kaffees, den ich je getrunken habe. Und nein, wir haben keine neue Maschine. Beruhigend war die Feststellung, dass sich manche Dinge nie ändern: Es laufen die gleichen Playlists rauf und runter, ich werde noch Pauli genannt, mein Stuhl quietscht immernoch beim Hinsetzen und im Equipmentraum herrscht weiterhin leichtes Chaos.
Ich bin wieder im Arbeitsalltag angekommen. Mein Wiedereinstieg ist mit diesem Blogtext gelungen, würde ich sagen. Und irgendwie hat die Geschichte auch ihr Gutes: Denn je mehr man seine Arbeit vermisst, desto mehr bekommt man vor Augen gehalten, wie gern man sie hat. Also dann: Wir hören uns endlich wieder, liebe ständig wachsende Fangemeinde.





