Unsere treuen Fans wissen, dass Nico und ich recht regelmäßig eine Reise nach München antreten, um den grandiosen FC Bayern Fußball spielen zu sehen. Der erste Trip fand nur wenige Wochen nach der Gründung unserer Firma statt. Ich behaupte ja mal, wir hätten heute never einen solchen Erfolg, wenn wir einst nicht so kolossal gestartet wären. Und wir hätten nie diesen Start erlebt, wenn wir nicht in München gewesen wären. Deshalb machen wir das halt ab und zu – damit die Erfolgsserie nicht reißt.
Von Steffen Reith
Dieses Mal haben uns Werner Bensing und Thomas Henfling begleitet. Der eine ist Unternehmensberater im Ruhestand und im Hauptberuf Vater von Nico. Jedenfalls hat Werner uns bei der Gründung von Bensing & Reith mindestens so viel Starthilfe gegeben wie Bayern München. Eher mehr.
Und Vierter im Bunde war Thomas Henfling, im Hauptberuf Bürgermeister, außerdem Fußballfan und Freund. Der gute alte Reith hatte die Reiseleitung übernommen. Und man muss konstatieren: Es lief grandios. Hinfahrt mit dem Zug, Einchecken im Hotel – alles nach Plan. Selbst der Streik der MVG sorgte für Entspannung. Wir hatten Angst, dass die U-Bahnen nicht fahren, die Anreise zum Stadion somit kompliziert wird. Von wegen: Es ging alles deutlich einfacher als sonst. Wir sind tatsächlich mit einer halbleeren U-Bahn raus in die Allianz-Arena nach Fröttmanig gefahren. „Irgendwas ist doch hier faul. Wahrscheinlich verlieren wir das Spiel, wenn das alles so reibungslos klappt“, dachte ich. Aber selbst das war nicht der Fall. 2:0 gegen RB Leipzig, ein paar Bierchen und gute Gespräche. Alles tiptop. Und das glaubst du mir sicher nicht, liebe ständig wachsende Fangemeinde: Die Rückfahrt endete in Fulda früher als erwartet. Wir waren drei Minuten eher da, als es im Plan steht.
Aber eine Sache treibt Nico und mich um. Und ich habe das Gefühl, dass wir das nie wieder reparieren können – selbst wenn wir noch 100-mal zu den Bayern fahren. Lange Zeit war es uns so peinlich, dass wir die Geschichte gar nicht erzählen mochten. Heute ist es egal.
Bei unserem Bayern-Trip Nummer zwei oder drei waren wir einst früh genug da, um vor dem Champions-League-Spiel noch das Vorspiel der Jugend in der UEFA-Youth-League anzuschauen. Es fand auf dem Campus der Bayern statt. Da ist es klein und man kommt nach dem Kick gut an die Spieler ran. Deshalb machten wir auch noch ein Foto mit einem tollen Innenverteidiger – den heute keiner mehr kennt.
Erst am Tag darauf schnallten wir, dass auch ein gewisser Jamal Musiala mitgespielt hatte. Ihn kannte halt noch keiner. Heute ist er der aktuell beste deutsche Fußballer. Und er hat auch noch Fuldaer Wurzeln. Es wäre an diesem Abend ein leichtes für uns gewesen, sich mit ihm zu unterhalten und eine ganze Bilderserie zu schießen. Wir hätten seine PR-Arbeit oder gar das ganze Management übernehmen können. Chance vertan.
Die Wahrscheinlichkeit, dass wir diesen Fauxpas vergessen machen können, tendiert wohl gegen null. Der Jamal hat mittlerweile keine Zeit mehr. Und bei uns ist der Terminkalender ja auch ziemlich voll. Erfolg ist eben ein Zeitfresser.
Ein Nachtrag noch: Fußball ist nicht ihr großes Thema. Und trotzdem widmen wir diesen Blogtext mal unserer Pauli. Das wollen wir so. Wir sind sicher, dass sie sich freut.





