bensing reith schafe

Von schwarzen Schafen

Liebe ständig wachsende Fangemeinde! Du bist ein Teil von uns, das ist gewiss! Es gibt aber seit Donnerstag drei Lebewesen, die uns noch ein bisschen näher stehen als du. Ich bitte um Verständnis. Sie sind aber auch herzallerliebst, unsere drei Patenkinder.

Von Steffen Reith

Vergangene Woche waren wir ja beide wegen schlechten Benehmens vom Fußballplatz geflogen. Das muss man sich mal vorstellen: die beiden Gentlemen schlechthin. Also mussten wir unser Image wieder aufpolieren.

Und so kam der Aufruf von Torsten, Mann meiner Cousine und gleichzeitig Hobbylandwirt, einem Segen von ganz oben gleich. Wer sich denn vorstellen könne, Pate von drei frisch geborenen Lämmern zu werden, fragte er.

„Passt doch prima in unsere Marketingstrategie“, sinnierte Kollege Nico in seiner Dachschräge. Zur Erinnerung: Er sitzt dort, weil er gut reinpasst. Und ich nicht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Tiere und Kinder gehen immer. Das weiß jeder Journalist, das weiß jeder PR- und Werbefuzzi. So fackelte ich nicht lange und sagte zu. Eine Schafpatenschaft so kurz vor Ostern. Auch der Zeitpunkt hätte besser nicht sein können.

Kleiner Exkurs: Im Fuldaer Land ist der Brauch des Bündeltragens ja weithin bekannt. Für unsere Fans aus den anderen Regionen erkläre ich es kurz: An Weihnachten und an Ostern bringen Petter (männlicher Pate) und Döt (weibliches Pendant) ihren Patenkindern Geschenke. Die Eltern bewirten Petter und Döt. Es kommt dabei ab und an zu einem mittelschweren Besäufnis oder zu Streit. Oder zu beidem.

Nico und ich machten uns am Donnerstag auf, kauften als Bündelsgeschenk einen Sack Futter und besuchten erstmals unsere Patenkinder. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass die Schäfchen schwarz sind? Passt ja irgendwie auch zu uns. Spätestens nach dem Fußballfiasko.

Torsten wartete mit seinen beiden Kids bereits auf den Besuch der beiden Schaf-Paten. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg Richtung Weide. Und was war das dann für ein Kennenlernen? Die drei Schäfchen rannten auf uns zu und blökten um die Wette: Ich hatte das Gefühl, immer mal wieder die Worte „Pate“, „Petter“ und „Bündel“ rauszuhören.

Sie freuten sich derart über unsere Anwesenheit, dass das Muttertier fast ein bisschen eifersüchtig auf Nico wurde und ihn beinahe auf die Hörner genommen hätte. Aber Schäfer Torsten beruhigte das alte Schaf und auch Nico.

Wir haben den Lämmern, der Mutter und dem Besitzer versprochen, uns ordentlich zu kümmern. Wir werden uns um eine gute Ausbildung und einen anständigen Beruf kümmern. Wir versprechen, dass unsere Patenkinder mit einer hohen sozialen Kompetenz ausgestattet werden.

Nun willst du, ständig wachsende Fangemeinde, natürlich wissen, wie die possierlichen Tierchen denn heißen. Das ist einfach, da hättest du auch von selbst drauf kommen können:  Eines heißt „Bensing“, eines heißt „Reith“ und eines heißt „Und“. Wie denn sonst?

Wir wünschen frohe Ostern!