„Weg, weg, weg!“

Während Kollege Bensing seit Wochen und Monaten rumheult, dass es mit seinem Bau nicht vorwärts geht, mache ich, der Reith von Bensing & Reith, Nägel mit Köpfen. Ich baue um, renoviere, modernisiere, dass es eine wahre Freude ist. Flur, Speisekammer und Küche waren zuletzt dran. Und im Zuge dessen hatte Diana Reith, Ehefrau, Sperrmüll angemeldet. Das war das Startsignal für das „Tabula rasa“ schlechthin.

Von Steffen Reith

Zum Schluss war ich echt platt. Gute 80-mal – vielleicht auch 180- oder 280-mal – war ich am vergangenen Samstag treppauf und treppab marschiert, um all das Zeug zu entsorgen, dass sich in den beiden vergangenen Jahrzehnten seit unserem Einzug angesammelt hatte. Spielsachen der beiden mittlerweile „erwachsenen“ Söhne, meine Kicker-Sportmagazin-Sammlung, aber auch nicht mehr genutzte Möbel: All dies musste sich nun aus dem Hause Reith verabschieden. Dabei kam es in der Familie durchaus zu Meinungsverschiedenheiten: Der Erstgeborene, Benedict Reith, verfolgte eher meine harte Linie mit dem stets sich wiederholenden Ausspruch „Weg, weg, weg!“ Der Jüngere, Adrian Reith, war noch etwas müde von der Nacht zuvor und entsprechend meinungsfrei. Aber immerhin tat er weitgehend das, was ihm aufgetragen wurde. Der härteste Brocken war Diana Reith, Ehefrau. Sie hatte auch kein Problem damit, wieder Sachen ins Haus zu tragen, die ihren Platz bereits auf dem Sperrmüllberg gefunden hatten.

Allerdings blieb die Aktion doch weitgehend eskalationsfrei. Im Gegenteil: Es wurde durchaus auch gelacht. So zum Beispiel, als eine Nachbarin fragte, ob wir ausziehen würden. Oder als ich am Sonntagmorgen vor der Haustür bei der nochmaligen Durchsicht der entsorgten Videokassetten feststellte, dass auch beinahe die Videos von Hochzeit und Polterabend den Weg auf die Deponie gefunden hätten. Haben sie aber nicht!

Benedict Reith verkaufte am Sonntagmorgen noch schnell für gutes Geld ein altes Fahrrad seiner Mutter. Die Interessenten inspizierten freilich auch den Sperrmüll und sorgten somit wie auch andere „Fußgänger“ dafür, dass die Müllabfuhr am Montag nicht mehr ganz so viel zu tun hatte.

Jedenfalls ist jetzt deutlich mehr Platz im Hause Reith. Und mir hat die Aktion sogar ne Menge Spaß gemacht. Ich denke mal, dass ich hier im Gedankenturm demnächst weitermache und mal richtig entrümpele. Wahrscheinlich warte ich noch solange, bis Kollege Bensing mal abwesend ist, weil er auf seiner Baustelle was zu tun hat. Aber das wird wahrscheinlich noch dauern.

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