Es gibt bestimmt mehr als 200 Filme über Junggesellenabschiede. Das schätze ich jetzt einfach mal. Davon habe ich vielleicht so um die 15 gesehen. Und jeder davon hat meine absolute Horrorvorstellung zusammengefasst: Stripper, Bauchladen, rosa Tütüs. Diese Art von JGA schreit einfach „Achtung: Junggesellinnenabschied. Wir haben Spaß, und alle sollen es sehen!“ Vor zwei Wochen stand dann meine eigene Bachelorette-Party an. Selbstverständlich habe ich mir schon lang im Vorhinein Gedanken gemacht, wie die wohl aussehen könnte. Gewünscht habe ich mir eigentlich nur, mit meinen Mädels einen ruhigen Ausflug in die Ferne zu machen. Spoiler: Der JGA war weder ruhig, noch sind wir in die Ferne gefahren. Aber ich kann dir jetzt schon verraten, dass er einfach perfekt war. Und dafür sind unter anderem auch meine Chefs verantwortlich.
Von Paula Wäß
Fangen wir doch mal mit der Vorgeschichte an, die für den Verlauf des JGAs nicht unwichtig ist. Ich wurde im Mai von der Feuerwehr Flieden angefragt, ob ich denn an einem Samstag in den nächsten Monaten ein Social-Media-Seminar halten könnte. „Na klar, nur wann“, habe ich mich wohlwissend mit dem Gedanken, dass irgendwann ein Junggesellinnenabschied stattfinden könnte, gefragt. Also habe ich versucht, bei Nico herauszufinden, welche Termine ich denn angeben könnte. Vier Vorschläge nannte er mir, die ich schließlich weiterleitete.
In meinem Kopf war folgender Gedanke fest verankert: „Naja, Nico wird schon wissen, wann mein JGA ist. Also kann ich ausschließen, dass an den vorgeschlagenen Terminen irgendwas stattfindet.“
Und damit lag ich völlig falsch. Am Morgen des 11. Juli machte ich mich wie gewohnt für das Seminar fertig, und stand gerade mit der Zahnbürste im Bad, als es an meiner Haustür klopfte. Keine zwei Sekunden später hatte ich Konfetti in der Wohnung, einen Bride-Haarreifen auf meinem Kopf und all meine liebsten Mädels um mich herum. Die Geschichte mit dem Social-Media-Seminar war tatsächlich komplett inszeniert. Chapeau, Trauzeugin Carry, und ein fettes Danke an Nico, Steffen und die Feuerwehr Flieden, dass alle mitgespielt haben.
Megamäßig überrascht wurde mir dann das Motto meines JGAs verraten: Paula’s last Disco. Alle haben sich mit Glitzerröcken und Oberteilen in Schale geschmissen. Was war ich doch erleichtert, dass ich von Penis-Haarreifen und rosa Tütüs verschont wurde.
Jetzt möchtest du sicher noch wissen, was wir statt Stripper und Bauchladen-Verkauf unternommen haben. Nur soviel: Es gibt genug Alternativprogramm. Wir hatten insgesamt zwei wunderschöne gemeinsame Tage in Würzburg. Mehr verrate ich dir nicht. Denn: Was beim JGA passiert, bleibt beim JGA. Ein altes Gesetz, das auch in allen 15 JGA-Filmen, die ich gesehen hatte, nicht gebrochen wurde.
Wir haben bis in die frühen Morgenstunden gefeiert – so, als wäre es tatsächlich meine letzte Disco. Doch ich kann versprechen: Das war es noch lange nicht. Denn wenn ich eines aus diesem Wochenende mitgenommen habe, dann, dass die besten Partys keinen besonderen Anlass brauchen. Es braucht nur die richtigen Menschen, mit denen man den Moment genießen kann. Und genau die habe ich zum Glück immer um mich herum.





