Diese Woche ist Brückentag, liebe ständig wachsende Fangemeinde. Das ist ein Grund zur Freude. Eigentlich. Bei mir sorgt er für Schweißperlen auf der Stirn. Am vergangenen Wochenende hatte ich nämlich bereits einen Brückentag. Und der war lebensgefährlich.

Von Nico Bensing

Wie du sicherlich weißt, habe ich meine Fußballschuhe gerade an den Nagel gehängt. Ein sehr bedeutsames Kapitel meines Lebens ist damit beendet. Das wollte ich natürlich nicht geräuschlos vorüberziehen lassen. Heißt: Die Mannschaftsabschlussfahrt wollte ich unbedingt mitnehmen. Hab ich auch geschafft.

Dass es außerdem mein Ziel war, heil und in einem Stück wieder nach Hause zu kommen, versteht sich von selbst. Aber zwischenzeitlich stand das bedrohlich auf der Kippe.

Es gibt ein Sprichwort, das besagt: Zwischen Freud und Leid ist eine Brücke nicht weit.

Ich muss gestehen: Bislang habe ich das immer nur symbolisch verstanden. Jetzt kenne ich die wahre Bedeutung. Aber von vorne.

Wir hatten uns mit der Mannschaft entschieden, unser Abschlusswochenende – die entsprechende WhatsApp-Gruppe hieß übrigens „Absch(l)ussfahrt“, aber das ist eine andere Geschichte – in Erlangen zu verbringen.

Denn dort war Bergkirchweih. Wer das nicht kennt: Auf dem Berch, wie die Franken sagen, ist es wie auf dem Oktoberfest, nur dass das Ambiente schöner ist, weil die Party eben nicht in Festzelten stattfindet, sondern am historischen Burgberg – oder eben Burgberch, wie die Franken sagen. Der Rest – das würde ich mit meinem laienhaften Wissen über solche Traditionsfeste zumindest behaupten – ist gleich. Vielleicht ist das aber auch eine falsche Eselsbrücke, die ich da gebildet habe.

Jedenfalls hat meine Geschichte gar nichts mit der Bergkirchweih und Erlangen zu tun – wohl aber mit dem Wochenende. Denn am zweiten Tag hat es uns nach Fürth verschlagen. Und da unsere Abschlussfahrt herausragend gut geplant und präzise durchgetaktet war, hatten wir samstagabends im Zeitfenster von 18 bis 0:30 Uhr Folgendes stehen: Bayern-3-Partyschiff.

Wer mich kennt, der weiß sofort: Bayern 3 und Nico Bensing – das passt ja wie die Faust aufs Auge. 400 Menschen dicht gedrängt auf einem Gefährt, das über den Main-Donau-Kanal schippert. Etliche Junggesellen- und Junggesellinnenabschiede, Mannschaftsabschlussfahrten und Lady Gaga aus den Boxen. Genau mein Ding.

Dass uns aber nach dem Leben getrachtet wird, das hätte ich nicht erwartet. Denn urplötzlich hörte ich auf dem Sonnendeck entsetzte Schreie, sah in erschrockene Gesichter, die Leute stürzten zu Boden. Und ich auch.

Warum? Weil wir unter einer Brücke durchfuhren. Und weil das Sonnendeck verdammt nah an dieser Brücke war. Sicherlich glaubst du das nicht – deshalb habe ich zum Beweis das Video unten beigefügt. Schau es dir an. Und das Allerbeste: Es war ja nicht die einzige Brücke, die wir passieren mussten. Es kamen locker noch zehn Stück hinzu. Ein kleines Wunder, dass auf dem Main-Donau-Kanal niemand gestorben ist. Der Barkeeper sagte jedenfalls: „Diesmal war es echt in Ordnung. Die Notfallsanitäter mussten nur drei Leute behandeln. Da gab es schon andere Tage.“

Aha.

Und diese Woche ist schon wieder Brückentag, liebe ständig wachsende Fangemeinde. Viele Leute freuen sich darüber – ich habe Angst. Das kannst du jetzt sicherlich verstehen. Und deshalb kann ich dir eines versprechen: Ich leg mich vorsichtshalber schon mal hin. Nicht unter eine Brücke. Sondern auf die Couch. Macht ihr das besser auch. Schöne Feiertage!

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