Das Komödiendrama von der verschlossenen Tür

Eigentlich wollte ich diese Woche beim Blogtextschreiben das Feld dem Kollegen Bensing überlassen: Dann aber hat sich am Mittwochabend ein Komödiendrama in zehn Akten zugetragen, das ich dir nicht vorenthalten möchte, liebe ständig wachsende Fangemeinde! Herzlichen Dank an die Darsteller dieses denkwürdigen Schauspiels: Heike, Marco, Bene, Diana und an mich selbst. Wir nennen das Stück „Die verschlossene Tür“. Viel Vergnügen! 

Von Steffen Reith

Erster Akt: Heike, eine Freundin aus meinem La-Familia-Clan und Roland-Kaiser-Groupie, macht während ihrer Nordic-Walking-Runde bei uns Rast. Seit Rosenmontag haben wir sie aufgrund von Corona nicht gesehen. Sie gibt Sehnsucht vor, ich denke mal, sie wollte vor allem eines: aufs Klo. Kurz nach diesem Gang verabschiedet sie sich zügig wieder.

Zweiter Akt: Meine Gattin Diana will eine halbe Stunde später nach Heikes Verschwinden auf die Gästetoilette. Sie kommt aber nicht rein, weil die Tür verschlossen ist. Wie ist das möglich? Denn diejenige, die das kleine Bad zuletzt genutzt hat, haben wir ja weglaufen sehen. Auf dem Gästeklo ist definitiv keiner, keine Reaktion auf Zurufe. Es stellen sich Fragen: 1. Wie hat Heike es geschafft, durch eine zugeschlossene Tür zu verschwinden? 2. Kann sie zaubern? 3. Was machen wir jetzt?

Dritter Akt: Nachdem die Familientechniker Diana und Sohn Bene die Tür nicht aufkriegen,  kontaktieren wir Marco. Der ist mit uns befreundet, mit uns verwandt und – ganz wichtig – derjenige, der einst die Türen eingebaut hat. Marco hat seine Firma in Rommerz (www.zeitlosinholz.de). Wir erreichen ihn nicht, bekommen aber seinen Sohn Lukas – mein Patenkind – ans Telefon. „Der ist unterwegs, der könnte in Kerzell sein.“ In Kerzell? Da wohne ich ja bekanntlich. Ich also aufs Fahrrad, um ihn zu suchen. Nach maximal zehn Tritten ins Rad erwische ich ihn. In der Nachbarstraße. Das ist doch mal ein Ding.

Vierter Akt: Marco kommt, kriegt die Tür aber auch nicht auf. Neue Idee: Wir probieren es über das Fenster. Auch die kamen einst von Marco und sind einbruchsicher. Bei dieser Aktion sorge ich für Aufsehen im Familienkreis. Denn ich weiß tatsächlich, wo die Leiter steht. Und als Marco mich nach Hammer und sogar nach Rohrzange fragt, reiche ich ihm jeweils im ersten Versuch das richtige Instrument. Aahs und Oohs aus der Runde.

Fünfter Akt: Marco hat damals beim Einbau saubere Arbeit geleistet. Das Fenster geht nicht auf. Jedenfalls nicht, ohne Gewalt anzuwenden. In der Zwischenzeit bleibt Bene an der Tür am Ball. Ihm gelingt es von außen, dass der innen steckende Schlüssel aus dem Schloss fällt.

Sechster Akt: Klar ist, übers Fenster müssen wir nicht mehr rein. Leider passt aber aber kein Schlüssel aus einer anderen Tür unseres Hauses. Deshalb wäre ein Dietrich eine feine Sache. Marco schlägt vor, einen im Betrieb in Rommerz holen oder sich einen bringen zu lassen. Ich habe eine andere Idee. In der Abstellkammer des Gedankenturms hat der verstorbene Vormieter eine Menge an Werkzeug hinterlassen. Da ist sicherlich auch ein Dietrich dabei. Oder wie auch immer das Ding heißt.

Siebter Akt: Marco und Bene machen sich auf den Weg. Sie kommen ohne Dietrich zurück. Dafür haben sie ein Körbchen gefunden, in dem mehr als 60 Schlüssel verschiedenster Ausprägung liegen. Clever, wie die beiden sind, bringen sie das Sammelsurium zum Tatort mit.

Achter Akt: Nun wird durchprobiert. Bei Schlüssel 39 kommt es zur Sensation: Die Tür geht auf. Vorsichtig schauen wir rein: Es ist weder Heike noch sonst jemand drin. Jubel an allen Orten.

Neunter Akt: Ich trage die Leiter fort, ohne irgendwo mit ihr anzustoßen.

Zehnter Akt: Wir können den Marco ja nicht einfach so fortgehen lassen. Deshalb stoßen wir mit ihm an. Mit dem gebührenden Abstand natürlich.

Letztlich gibt es in diesem Stück nur Gewinner: Heike hat sich erleichtert, Marco hat Bier bekommen, Bene und Diana haben ihre technischen Fähigkeiten bewiesen. Und ich habe gezeigt, dass ich weiß, wo die Leiter steht und was eine Rohrzange ist. Außerdem gibt es jetzt einen Ersatzschlüssel für das Gäste-WC.

Und der größte Gewinner bist du, liebe ständig wachsende Fangemeinde!

Du hast nen schönen Blogtext bekommen.