Das wichtigste Werkzeug eines Journalisten

Damit Maurer ihren Job ordentlich ausführen können, brauchen sie in erster Linie Spachtel und Kelle sowie ein statisches Grundverständnis. Floristen hingegen brauchen scharfe Scheren und Messer, Feingefühl und biologisches Fachwissen. Was Journalisten zum Arbeiten benötigen, habe ich dir in einem meiner Paula-lernt-Texte schon verraten: Stift, Block, Kamera, Handy und Laptop sind nützliche Werkzeuge. Viel wichtiger ist aber der kreative Kopf. Wenn der nicht richtig funktioniert, hilft auch kein Laptop weiter. Das habe ich diese Woche gelernt.

Von Paula Mainusch

Ich möchte ehrlich mit dir sein, liebe ständig wachsende Fangemeinde. Du weißt ja, dass Paula-lernt-Texte normalerweise Anfang der Woche erscheinen. Das war diesmal leider nicht möglich. Denn ich hatte eine Denkblockade. Mein Gehirn hat gestreikt. Kann sein, dass der Wetterumschwung daran Schuld ist. Schließlich lag ich vor eineinhalb Wochen noch bei 35 Grad im Schatten am Strand einer griechischen Insel. Und jetzt muss ich zusehen, welche Maßnahmen ich ergreife, um mich ohne das Anmachen von Heizungen aufzuwärmen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die häufigste Ursache für Denkblockaden ist Stress. Und den hatte ich, seit ich aus dem Urlaub zurück bin, zu Genüge – aber nicht vonseiten Bensing & Reith! Ich hatte „Freizeitstress“. So jedenfalls hat es Steffen genannt. Angefangen von den ganzen Anrufen bei der Versicherung wegen meines Autounfalls über den Umzug einer Freundin bis hin zu 17 Stunden Training am Wochenende war ich sage und schreibe keinen einzigen Abend seit meinem Urlaub zu Hause. Und das hat mein Körper – oder eher gesagt mein Kopf – mir deutlich zu spüren gegeben.

Alles fing mit Kopfschmerzen an. Die hab ich am Sonntagmorgen bekommen. Und so richtig los wurde ich sie bis Montag nicht. Im Gedankenturm angekommen haute ich ordentlich in die Tasten, bis sich mein Kopf gegen Vormittag immer weiter leerte. Und dann ging es irgendwann nicht mehr weiter. Ich hörte noch Nico und Steffen fleißig tippen, während ich meinen Laptop anstarrte. Das hat sich ein wenig so angefühlt wie damals, als ich Matheklausuren schrieb und nur hörte, wie die Zirkel meiner Mitschüler über die Papierblätter ratschten. 

So eine Denkblockade hatte gewiss jeder schon mal – Nico und Steffen mit eingerechnet. Deshalb hab ich offen mit ihnen darüber gesprochen, und sie haben mir wertvolle Tipps gegeben, die ich selbstverständlich an dich weitergebe. 

Erstens: Es hilft immens, seinen Arbeitsplatz für ein paar Minuten zu verlassen. Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft tut nicht nur Körper, sondern eben auch dem Geist sehr gut. Zweitens: Wer eine Denkblockade hat, kann sich erst mal den unkomplizierten Aufgaben widmen. Bei mir gehört das Beantworten von Mails oder das Aufbauen des Fotostudios dazu. Drittens: Die Gedanken müssen irgendwie geordnet werden, damit sie das Hirn nicht blockieren. Vielleicht hast du ja schon mal etwas von „freewriting“ gehört. Bei der Methode geht es darum, den Gedanken freien Lauf zu lassen, sie auf ein leeres Blatt Papier zu schreiben, zu ordnen und damit Platz für Neues im Kopf zu schaffen. 

Die wohl wichtigste Lektion für mich ist aber, dass ich meinen Freizeitstress runterfahren muss. Wie gut, dass die ganzen Sommer-Open-Air-Veranstaltungen vorbei sind und sich der Herbst bereits von seiner schönsten Seite präsentiert. Das macht Lust auf Tee, Kerzen und Filme. Bleibt nur noch der Punkt, dass ich keine Autounfälle mehr bauen darf. Aber das krieg ich schon irgendwie hin. Ganz sicher. 

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