Unsere Volontärin Paula hat kürzlich gelernt: In der Kürze liegt die Würze. Ich sage heute: falsch. Zumindest wenn es um die Frisur geht.

Von Nico Bensing

Es ist ja nicht so, dass ich mit Friseurinnen und Friseuren gebrochen hätte, liebe ständig wachsende Fangemeinde. Ganz im Gegenteil: Für Sonja Zirkel, Vertrauensfriseurin meiner Mutter, meines Vaters und bald auch von meiner Lebensgefährtin, die wir aus Datenschutzgründen weiterhin Anni S. nennen, haben wir gerade erst die Homepage komplett renoviert. Sie sieht echt klasse aus. Schau mal: https://sz-haartrend.de. Und es gehört freilich zu unserem Berufsethos, so etwas nicht einfach so zu machen, sondern vorher das Angebot ausgiebig getestet zu haben.

Deshalb war ich ja auch bei ihr. Im Juni. Zum Spitzen schneiden. Denn irgendwie will ich die Matte gar nicht mehr loswerden. Ganz offensichtlich habe ich den Moment verpasst, als nach dem ersten und zweiten Lockdown, nach dem harten Lockdown und nach dem „Lockdown light“ die Friseurläden wieder öffnen durften. Und irgendwann war die schlimme Phase ja auch vorüber, in der die Frisur alles andere als eine Frisur ist und richtig bescheuert aussieht. Jetzt finde ich meine Langhaarfrise echt bockstark und denke darüber nach, ob ich sie einfach nie mehr schneiden lasse.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass ich mein Haupthaar lang trage. Vor etwas mehr als zehn Jahren, es war die Blütezeit meines Studiums, hatte ich sie gar noch länger. Bis über die Schultern ragten sie damals – und ich war nicht nur mächtig stolz, sondern hatte auch etliche Spitznamen, die ich hier nicht unerwähnt lassen will: Jesus, Hippie, Johnny Depp (echt wahr), Hippie, Hippie, Hippie.

Jedenfalls sagt man ja, dass Menschen mit kurzem Haar deutlich kompetenter wirkten. Ich kann mit Blick in den Gedankenturm sagen: Stimmt nicht. Und wenn ich mich in meiner Familie umschaue, stelle ich ebenfalls fest: Mein Bruder hat sogar noch längere Haare als ich – und der ist Maschinenbau-Ingenieur.

Außerdem haben lange Haare ja auch etliche Vorteile: Es ist im Winter zum Beispiel längst nicht so kalt auf dem Kopf. Und im Sommer muss es gar nicht warm werden, damit einem warm ist. Überdies sieht man klüger aus und wird mit Johnny Depp verglichen. Ach, ja: Und wenn die Haare so lang sind, dass man endlich einen Zopf machen kann, ist man sogar im Bad schneller als diejenigen, die Wachs oder Gel oder sonst was da rein schmieren müssen.

Nachteile gibt es aber auch: Zum Beispiel ist mir während des legendären Spiels in Kerzell, bei dem ich nicht nur das Tor zum 1:0 erzielte, sondern auch noch das zum 2:0 nachlegte und das wir sagenhafte 3:0 gewinnen konnten, der Haargummi bei einem Kopfball flöten gegangen. Ich habe ihn ums Verrecken nicht mehr gefunden und musste dann die ganze Zeit mit Scheuklappen vor den Augen spielen. Aber eine Lösung habe ich dafür auch schon gefunden: Ich mache einfach keine Kopfbälle mehr. Eh nicht so mein Ding. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls möchte ich von dir gerne wissen, ob euch meine Langhaarfrisur auch so gut gefällt – oder ob ich mal wieder zum Friseur gehen sollte. Eigentlich kenne ich die Antwort ja aber schon: Schließlich heißt du ja ständig wachsende Fangemeinde.

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