Es mag am Frühling liegen, vielleicht auch an der Sonne oder daran, dass ich endlich wieder arbeite: Ich habe verdammt gute Laune. Und mein gestriger Termin hat diese positive Gefühlswelle nochmal auf ein anderes Level gehoben. Mein Verlobter Joni W. (Datenschutz!) und ich haben nämlich unsere Eheschließung offiziell angemeldet. Ab sofort trage ich meinen Nachnamen nur noch wenige Wochen. Und als mir das gestern an der Gemeinde bewusst wurde, ist mir eine Frage durch den Kopf geschossen: Bist du dir zu 100 Prozent sicher, dass du ihn ändern möchtest? 

Von Paula Mainusch 

Für viele scheint es keine große Sache zu sein, seinen Nachnamen zu ändern. Ich bin ehrlich: Bis zum gestrigen Termin dachte ich, dass mir der Wechsel auch total egal sein wird. Wir hatten aber eine ganz tolle, einfühlsame Standesbeamtin, die mich nach dem Verlesen der Niederschrift mit großen Augen anschaute und fragte: „Und wie fühlt es sich an, den neuen Nachnamen das erste Mal von einer fremden Person zu hören?“ 

Und da war sie: Gänsehaut. Ich habe Joni angeschaut und kurz gedacht: „Holla, das ist jetzt wirklich ernst.“

Ich fand meinen Nachnamen nie blöd, aber auch nicht exorbitant schön. Ich stand ihm neutral gegenüber. Und jetzt? Seit gestern finde ich ihn speziell, außergewöhnlich. Mainusch hört man nunmal nicht so oft. Er hat ja auch polnische Wurzeln und – kleiner Nebenfakt – schreibt sich normalerweise „Majnusz“. 

26 lange Jahre hat er mich begleitet. Ganze zehn Jahre wurde er in der Namensliste meiner Tanzgruppe falschgeschrieben. In diesen war ich als „Maimusch“ bekannt – Mama hatte beim Vereins-Anmeldebogen wohl undeutlich geschrieben. Was habe ich doch alles mit meinem Nachnamen erlebt? „Mainusch mit a i oder e i?“ war immer die Standardfrage, sobald ich ihn aufsagte. In Teenie-Zeiten habe ich mir dann eine neue Unterschrift angeeignet und so perfektioniert, dass sie mir heute richtig gut gefällt. Jetzt darf ich mir schonmal eine neue überlegen. 

So ein Namenswechsel ist ein großer Schritt. Und auch wenn es hier vor lauter Sentimentalität gerade nicht rüberkommt: Ich freue mich auf diesen Schritt. Denn er symbolisiert Verbundenheit, Veränderung und den Beginn eines neuen Kapitels. 

Um die Frage jetzt also final zu beantworten: Ja, ich bin mir zu 100 Prozent sicher. Ich werde Jonis Nachnamen annehmen. Ein Zurück gibt es eh nicht mehr. Die Eheschließung ist ja schon auf den neuen Nachnamen angemeldet. Und ich bin mir sicher, dass ich mit diesem genauso viele schöne Geschichten schreiben werde. Alles wird wohl mit der Situation anfangen, in der ich mich das erste Mal mit neuem Nachnamen vorstelle und ganz kurz überlege, ob ich wirklich mich meine.

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