Der Countdown läuft, liebe ständig wachsende Fangemeinde. Jetzt sind es nur noch wenige Wochen, bis ich vor dem Altar stehe. Würde ich einen Wahlkampf führen, wäre ich genau jetzt in der heißen Phase. Nahezu jeden Tag verbringe ich aktuell damit, irgendwelche Besorgungen zu machen, Aufbauten zu besprechen oder Listen zu schreiben. Nicht einmal, nicht zweimal, sondern mehrmals durfte ich mir bereits anhören: „Das ist doch total verrückt.“ Ja, ist es. Und ja, es gibt auch viele Bräute, die das Thema Hochzeit ganz anders angehen. Aber ich kann doch gar nichts für mein Laster. Irgendwo auf dem Weg zu unserem großen Tag habe ich mich mit der Hochzeitskrankheit angesteckt. Aber Heilung ist in Sicht.
Von Paula Mainusch
Ich leide an akuter Planopathie und Strukturitis. Das sind zwei unterschiedliche Krankheitsbilder – und ich bin von beiden betroffen.
Die Symptome der Planopathie äußern sich derart, dass ich den Stift nicht fallen lassen kann, sobald ich mein Notizbuch in der Hand halte. Ständig fallen mir neue Dinge ein, die ich noch zu erledigen habe. Wenn ich im Supermarkt am Lotto-Stand vorbeilaufe, taucht in meinem Kopf plötzlich die Frage auf, ob ich mich denn schon um die Hussen für die Stehtische gekümmert habe. Und wenn ich abends vom Training nach Hause an den Straßenlaternen vorbei fahre, frage ich mich, ob ich genügend Lichter für die Partys besorgt habe. Bei mir ist es sogar schon so weit, dass ich meine Planungen plane. Was ich damit meine? Naja: Ich schreibe mir eben in meinem Kalender auf, wann ich für welches Thema Planungen machen möchte. Letzteres ist übrigens der ausschlaggebende Grund, warum ich an AKUTER Planopathie leide.
Mit der Strukturitis verhält es sich ähnlich: Sind die Notizen, Ideen und Gedanken runter geschrieben, müssen sie geordnet werden. Und zwar bis ins letzte Detail. Seit einigen Wochen bin ich stolze Besitzerin von vier Zeitplänen: Es gibt einen für die standesamtliche Trauung, einen für den Aufbautag vorher, einen für die kirchliche Trauung sowie die Tage vorher und auch schon einen für die Flitterwochen im November. Man muss schließlich an alles denken und alles im Blick behalten.
Deshalb gibt es neben den Zeitplänen noch viele weitere Listen: unter anderem eine für die Dekoration, eine für Speisen und Getränke, eine für alle materiellen Dinge, die wir an die Location fahren müssen, und, und, und …
Jetzt mache ich aber erst mal einen Punkt und gebe dir neben all dem Spaß hier ein paar ehrliche Gedanken mit. Mir macht das Planen meiner eigenen Hochzeit totalen Spaß. Ich merke, wie glücklich ich bin, wenn meine Ideen so langsam Wirklichkeit werden. Ich sage immer: Eine Hochzeit ist ein „once in a lifetime“-Erlebnis – und ich darf das in vollen Zügen genießen. Ich habe mir gemeinsam mit meinem Verlobten ja auch ausgesucht, eine Hochzeit zu feiern, die wir zu 80 Prozent selbst auf die Beine stellen müssen. Das muss nicht jeder so machen. Und aus diesem Grund sind präzise ausgearbeitete Pläne wirklich wichtig.
Außerdem gibt es mir Gelassenheit, wenn ich an meinem Hochzeitstag aufwache und weiß: Ich habe mein Bestes gegeben, und jetzt dürfte alles laufen. Manche unterstellen mir, ich würde mich bei der Feier selbst dann bestimmt nicht entspannen können. Das Gegenteil ist der Fall: Wenn ich weiß, dass ich alles gut vorbereitet habe, lehne ich mich zurück und genieße.
Lass mich doch mal in den Kommentaren wissen, wie es dir damals so in den Vorbereitungen ergangen ist. Und an welche Dinge ich vielleicht noch denken muss. PS: Vielleicht sollte ich nach der Hochzeit alle Notizbücher wegschmeißen, um nicht noch in die Versuchung zu kommen, für das nächste Familiengrillen einen Auf- und Abbauplan zu erstellen. Andererseits bin ich mir sicher, beide Krankheiten los zu sein, sobald ich „Ja“ gesagt habe.





