Augenlicht-Desaster Teil zwei bensing und reith

Augenlicht-Attacke, die Zweite

Liebe stetig wachsende Fangemeinde. Ich will nicht jammern, ich will nicht klagen, aber: Ich bin derzeit nicht nur einsam im Gedankenturm, seit Steffen sich am Mittwoch in seinen einwöchigen Urlaub verabschiedet hat, sondern kann offensichtlich auch nicht mehr auf mein rechtes Auge aufpassen. Schon wieder hat es einen Schlag getan, mal wieder war mein Auge beteiligt. Diesmal sieht es sogar noch farbenfroher aus. Und: Die Schlinge scheint sich immer enger zuzuziehen.

Von Nico Bensing

Geplant war hier ursprünglich eine Ode an die Einsamkeit. Denn: Steffen hat sich für eine Woche verabschiedet, der Bensing muss den Laden also allein schmeißen. Allein. Ganz allein. Ich hatte mir Tolles überlegt für diesen Blogtext: Ich wollte Hermann Hesses wundervolles Gedicht „Im Nebel“ zitieren, hatte mir schon überlegt, euch jeden Tag alle in den Gedankenturm einzuladen – zum Frühstücken, zum Mittagessen, zum Abendessen auch.

Und jetzt?

Ich würde euch ja nicht mal sehen, selbst wenn ihr kämet. Denn: Dem Autoradio-Augenlicht-Desaster aus der vergangenen Woche folgt nur wenige Tage später die zweite Attacke. Diesmal sieht mein Auge sogar noch schlimmer aus. Und – hier ist jetzt Raum für ein wenig Mitgefühl: Es tut noch weitaus mehr weh.

Der Übeltäter: ein Fußball. Während andere im Zweikampf einen Ellbogen ins Gesicht bekommen oder im Luftduell mit dem Kopf ihres Gegenspielers zusammenkrachen, bringe ich es fertig, mir den Ball volle Kanne ins Gesicht schießen zu lassen. Die Szene lief wie folgt: Ich bekomme den Ball zugepasst, verstolpere das Ding, so wie es sich für mich gehört, denke aber, dass ich da doch noch irgendwie dran komme. Weit gefehlt. Der Gegner ist schneller am Ball, tritt dagegen – und ich bekomme ihn aus nicht einmal zwei Metern ab. Genau aufs Auge. Der Ball hatte sogar eine solche Rotation, dass er mir zusätzlich noch die Haut weggefräst hat. Hier ist übrigens wieder etwas Platz für Mitgefühl.

Mysteriöse Kräfte scheinen also am Werk zu sein, die mir nach meinem Augenlicht trachten.

Passend dazu erzählte mir meine Oma folgende (wahre) Geschichte: „Dein Ur-Ur-Opa verlor beide Augen beim Melken, weil ihm die Kuh ihr Horn direkt hinein gerammt hat.“ Erst in das eine Auge, Jahre später dann in das andere. Beide Male beim Melken. Wirklich wahr! Das scheint also auch in der Familien-DNA zu liegen. Und die Schlinge scheint sich immer enger zuzuziehen, denn: Gestern ist mein Kater Emil nach einer durchzechten Nacht wieder nach Hause gekommen – mit einem dicken Auge.

Irgendetwas liegt da in der Luft, liebe stetig wachsende Fangemeinde.

Ich hoffe derweil, dass das alles nur Zufälle sind und ziehe mir vorsichtshalber mal eine Augenklappe auf. Drückt mir die Daumen, dass ich nächste Woche eine Ode an die Einsamkeit schreiben, sie mit ein paar Hesse-Zitaten versehen und außerdem von haufenweise Mahlzeiten mit euch berichten kann. Einen dritten Teil des Augenlicht-Dramas braucht nun wirklich niemand. Meldet euch, wenn ihr mich im Gedankenturm besuchen möchtet.