Der Franz, der kann’s!

Liebe ständig wachsende Fangemeinde,

erstmal wollte ich mitteilen, dass ich bald in den Urlaub fahre. Das ist gut für mich und schlecht für dich. Denn das bedeutet: Du liest dann erst mal nicht so mega spannende und unterhaltsame Blogtexte. Kollege Nico muss übernehmen. Aber er macht ja seine Sache in jüngster Zeit auch recht gut.

Und allen Einbrechern sei gesagt: Ihr braucht euch gar nicht auf den Weg zu machen. Meine Söhne sind daheim. Und wahrscheinlich mit ihnen zahlreiche Kumpels. Aber das ist eine andere Geschichte. Vielmehr möchte ich euch vom prominentesten Besuch ever im Gedankenturm berichten: Niemand anderes als Franz Habersack himself war da. Das war saukomisch und wird uns lange in Erinnerung bleiben. Wahrscheinlich denke ich den ganzen Urlaub dauernd an diese kurzweilige Stunde zurück.

Von Steffen Reith

„Franz Habersack, 120 Hektar, 40 Ferkelsäu un ledich“: Er rockt zurzeit die Bühnen der Region mit seinem Programm und verkauft eine Zahl an Büchern  (Das „Ô“, erschienen beim Verlag Parzeller) wie sonst nur der Papst oder Hape Kerkeling. Er war tatsächlich bei uns im Turm, weil er einfach mal sehen wollte, wer sich außer ihm sonst noch leicht abgedreht durch Osthessen bewegt. Da war er bei uns natürlich genau richtig.

Ich hatte sogar extra den Gedankenturm aufgeräumt, Nico war eigens beim Friseur. Das sieht dieses Mal übrigens nicht ganz so schlimm aus wie beim letzten Malheur. Aber auch das ist eine andere Geschichte.

Franz Habersack ist ja ein wahrer Meister des Rhöner Platt. Ich kann es einigermaßen, Nico gar nicht. Ist ja eigentlich kein Wunder, denn er kommt ja aus Schlüchtern. Genauer gesagt, aus Wallroth. Hier spricht man Welleröer Platt. Aber das kann er auch nicht. Vielmehr hat er seinen eigenen Platt-Slang kreiert. Und wenn er damit loslegt, rollen sich einem die Fußnägel. Jedes Wort ist falsch, ganz gleich was und wie er es meint.

Deswegen hatte ich ihn vor dem Habersack-Besuch gebeten, entweder hochdeutsch zu sprechen oder die Klappe zu halten. Beides hat natürlich nicht funktioniert. „Bôs wist dä du für ä Küzé?“ hat ihn der Franz gefragt. Nico hatte es aber nicht verstanden und antwortete nicht. War auch ganz gut so.

Interessiert hat sich der Franz auch unsere Roland-Kaiser-Fanecke angeschaut. „„Bôs wollt ihr dä mit dämm ôlle Knoop?““, hat er uns gefragt. Ich hab mir irgendwas verlegen in den Bart genuschelt und dann erklärt, dass Nico auf diese Musik steht und sogar Schriftführer des Roland-Kaiser-Fanclubs Osthessen ist. Ich dachte: „Jetzt ist der Bensing unten durch.“ Doch das Gegenteil war der Fall. „So äbbes ko mer sich schon emo ogehör“, meinte Franz Habersack. Und so drückte ich ihm ein Anmeldeformular für den Fanclub in die Hand. Er hat nun Mitgliedsnummer 16.

In dem Raum, den wir die Butterstube nennen, hat sich der Franz noch ein wenig schick gemacht. Und dann ging es zum Fotoshooting mit uns zwei Helden. Franz Habersack hatte um ein Erinnerungsfoto gebeten. Da haben wir uns natürlich nicht lumpen lassen.

Wie am Anfang des Textes erwähnt, fahre ich jetzt erst mal weg. Bei der Planung stellte ich mir die folgenden Fragen: Kann ich den Nico alleine lassen? Schafft er die Arbeit? Wer kocht den Kaffee und unterhält ihn?

Jetzt hatte ich die geilste Idee überhaupt und eine Urlaubsvertretung besorgt. Richtig: Franz Habersack zieht in den Turm.

„ So ä schöh Buidekômmô hônn ich dehei net“, hat er über den Gedankenturm gesagt. Also heißt es in der nächsten Zeit: Bensing & Habersack. Ich befürchte mal, dass mich keine Sau vermissen wird. Du wohl auch nicht, ständig wachsende Fangemeinde! Aber ich verspreche Dir! Ich komme wieder!