Corona-Gedanken, Teil IV: Heute schon gelacht?

Nein, liebe ständig wachsende Fangemeinde, witzig ist die ganze Corona-Scheiße nun wirklich nicht. Viele Menschen werden schwer krank und sterben. Auch aus meinem Bekanntenkreis hat es einige ziemlich schwer erwischt. Und knapp zwei Wochen nach dem Kontaktverbot steht noch immer in den Sternen, wann wir wieder in die Normalität zurückkehren können. Darf man trotzdem das Leben genießen und auch mal lachen? Man darf. Man muss sogar. Es bleibt einem ja gar nichts anderes übrig. 

Von Steffen Reith

Es heißt ja, dass Lachen die beste Medizin ist. Das stimmt – denn es hilft tatsächlich gegen körperliche und seelische Schmerzen. Ich bin – im Vergleich zu meinen Söhnen – ja nicht so der Fan von irgendwelchen produzierten Filmchen und Posts, die sich mit dem Thema befassen. Wenn es aber den Leuten Freude macht, dann ist es doch in Ordnung.

Es gibt auch eine Menge Situationen, in denen man die Wahl hat: Schüttele ich dezent den Kopf? Rege ich mich über die Doofheit der Mitmenschen auf? Oder lache ich mich einfach schlapp. Richtig, oh du ständig wachsende Fangemeinde: Ich habe mich für Variante drei entschieden.

Nico und ich könnten uns darüber aufregen, dass es Leute gibt, die sich nicht an die einfachsten Regeln wie zum Beispiel Abstand halten halten. Oder doch zu viert joggen gehen, obwohl sie gar keine Familie sind. Ist jedenfalls bei den vier erwachsenen Herren, die mir kürzlich begegnet sind, schlecht möglich. Bringt die Aufregung was? Nö.

Ein geiles Beispiel meiner These hat mir kurz vor Beginn des Blogtextschreibens einer unserer Kunden geliefert. Man könnte sich in diesem Fall über Kleingeistigkeit, Impertinenz und Geiz aufregen. Sollte man aber nicht. Gibt Schlimmeres in diesen Zeiten.

Folgende Geschichte: Unser Kunde vertreibt unter anderem Toilettenpapier. Du weißt ja, dass dieses Produkt zurzeit durch die Decke geht. Auch wenn es eigentlich für den Arsch ist. Sorry für den platten Witz. Aber es soll ja gelacht werden.

Jedenfalls hat ein Kunde bei unserem Kunden Toilettenpapier bestellt. Und möglicherweise war ihm nach Lieferung langweilig oder er ist generell ein Korinthenkacker (der war jetzt nicht schlecht). Jedenfalls mokierte sich der Kunde unseres Kunden darüber, dass die eine Packung kleiner als die andere sei. Da müsse entsprechend ja auch der Inhalt variieren. Und folgerichtig sah er nicht so richtig ein, warum er für unterschiedlich große Packungen den identischen Preis zahlen müsse. Natürlich fügte der Kunde unseres Kunden noch einen Schwung Bilder hinzu. Eines wollen wir dir nicht vorenthalten. Deshalb gibt es heute als Blogfoto-Motiv nicht uns – die beiden Beautyqueens aus dem Gedankenturm –, sondern zwei Klopapier-Packungen. Eine kleine und eine große. Passt ja irgendwie dann auch wieder zu uns.

Jedenfalls nahm unser Kunde das Ansinnen seines Kunden ernst. Er recherchierte bei dem Hersteller und erfuhr, dass auf jeder Rolle 250 Blatt Papier sind. Weil die Rollen aber unterschiedlich gepresst sind, kann es sein, dass sie nur kleiner wirken. Das Volumen jedenfalls unterscheidet sich nicht. Unser Kunde hat sich seinem Kunden gegenüber kulant gezeigt und einen Nachlass pro Packung von zwei Euro angeboten. Das wären dann insgesamt vier Euro. Noch wissen wir nicht, ob der Kunde unseres Kunden auf diese Offerte eingeht. Wir gehen aber stark davon aus, dass er es tut. Wir halten dich auf dem Laufenden.

Nico und ich haben uns jedenfalls nicht aufgeregt, als wir von der Story erfuhren. Wir haben auch nicht den Kopf geschüttelt. Wir haben herzhaft gelacht. Und das solltest du bei jeder sich bietenden Möglichkeiten auch tun, liebe ständig wachsende Fangemeinde.

Die Zeiten sind hart, es darf gelacht werden!