Alles in Butter im Gedankenturm – oder?

Der erste Monat des neuen Jahres ist schon wieder vorüber, und bislang hast du – liebe ständig wachsende Fangemeinde – schon viel von uns gehört. Wir haben über den „Goliath“ geschrieben, über das vergangene und das neue Jahr geplaudert, den bisherigen Wahlkampf in Eichenzell Revue passieren lassen, und ein Samstagsfrühstück gab’s auch schon. Aber wie es uns dieser Tage bei der täglichen Arbeit im Gedankenturm ergeht, darüber hast du bislang nichts erfahren in diesem Jahr. Das ändern wir jetzt.

Von Nico Bensing

Natürlich ist der Gedankenturm nach wie vor einer unserer allerliebsten Orte – er steht mindestens auf einer Stufe mit dem jeweiligen Zuhause. Und der Lieblingskneipe. Tatsächlich – das muss ich ganz klar gestehen – ist der Gedankenturm ja schon längst mein eigentliches, mein heimliches Zuhause geworden. Es ist gerade mal ein paar Wochen her, da sagte ich zu Steffen am Telefon: „Wir sehen uns gleich. Bin in fünf Minuten daheim.“ Und dreimal darfst du raten, was ich mit „daheim“ meinte.

Das liegt selbstverständlich zum einen daran, dass ich mich immer noch gern mit meinem Kollegen Steffen umgebe. Das kann man ja fast nicht glauben. Aber obwohl wir jetzt schon im dritten Jahr zusammenarbeiten und uns je nach Auftragslage teilweise stundenlang – ach was! – tagelang gegenübersitzen, verstehen wir uns immer noch prächtig. Ich würde sogar behaupten: Heute besser denn je. Und ich habe seine Frau Diana gefragt, sie sagt: „Auch nach 25 Jahren kommt man noch prima klar mit ihm.“ Das beruhigt mich. Andererseits: Er hat ja zwei Söhne. Sollte Steffen also irgendwann unleidlich werden, tausche ich ihn einfach gegen seinen Erstgeborenen Benedict aus. Dann kann es problemlos mit „Bensing & Reith“ weitergehen. Und wenn Sohn Bene irgendwann keine Lust mehr auf mich haben sollte, dann wird aus „Bensing & Reith“ vielleicht irgendwann „Bene & Reith“. Aber das ist dann eine ganz andere Geschichte.

Außerdem haben wir aufgerüstet: Im ehemaligen Schlafzimmer des Gedankenturms, den wir zu unserem „Seminarzimmer“ umfunktioniert haben (beziehungsweise haben wir ihn einfach umbenannt), hängt mittlerweile ein Whiteboard. Und nicht nur irgendeines: Es hat ein Maß von sage und schreibe zwei Metern auf 1,60 Meter. Da hat Steffen ganz schön geguckt, als der Postbote kam und ihn bat, mal kurz das Paket mit hochzutragen. Und wir wissen ja, dass der Steffen prima schwätzen und auch ein klitzekleines bisschen schreiben kann – aber so richtig schaffen … puh! Aber auch das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls ist das Whiteboard beinahe groß genug, um all unsere Aufträge darauf zu sammeln.

Andererseits liegt es aber auch an unseren „Untermietern“, dass wir uns im Gedankenturm weiterhin pudelwohl fühlen. Steffens Eltern Edeltraud und Claus, die beiden, die quasi im Turmkeller leben, versorgen uns nach wie vor immer noch und immer wieder mit viel Kaffee, leckeren Stückchen, mit Mittagessen, Schwätzchen und Ablenkung, wenn wir sie brauchen.

Du siehst also, liebe ständig wachsende Fangemeinde: Bei uns ist alles in Butter, das Leben und Arbeiten in unserer Wahlheimat Gedankenturm bereitet uns immer noch viel Freude. Wobei, eine Sache wäre da doch: Robert Kaiser. Beziehungsweise Roland. Oder wie auch immer dieser Typ heißt. Täglich muss ich auf die Fanwand schauen, die sich genau gegenüber meiner Dachschräge befindet und die dort installiert worden war, als der RKFCO gegründet wurde. Und ebenso täglich denke ich darüber nach sie zu entfernen oder zu überkleben.

Aber außer vielen fair produzierten „Bensing & Reith“-Jutebeuteln haben wir nichts im Turm, was dazu geeignet wäre. Deswegen bitte ich dich, liebe ständig wachsende Fangemeinde: Komm mich besuchen. Schnell. Und bringe was mit, womit ich diese Wand überkleben kann. Egal was. Und wenn es ein Poster von Peter Bohlen ist. Oder wie auch immer dieser Typ heißt.