Ratsch, ratsch macht der Rotstift

Die Geräuschkulisse in unserem Gedankenturm würde ich als gewöhnlich bezeichnen. Sie ähnelt gewiss jedem anderen Büro: mal brummt die Kaffeemaschine, mal klingelt das Telefon. Sehr penetrant zu hören ist das Klicken auf der Tastatur. Oft erklingt Beatles-Musik aus Nicos Boxen. Manchmal teilt sich Praktikantin Emmi mit, wenn sie in den Turm kommt. Aber letzte Woche machte sich ein neues Geräusch breit, und ich bin der Grund für dieses. Steffens Rotstift machte ratsch, ratsch. Dann sind wir alle in Gelächter ausgebrochen.

Von: Paula Mainusch

Liebe ständig wachsende Fangemeinde, ich starte diesen Paula-lernt-Text mal wieder mit einer Anekdote aus meinem Leben. So lernst du mich ja auch irgendwie besser kennen. Ich war zarte sieben Jahre alt, als meine Mama von meiner Lehrerin in die Grundschule bestellt wurde. Du musst wissen, dass ich ein sehr artiges Kind war, nie Unfug machte und spitzenmäßige Noten hatte. Deshalb war meine Mama über den Besuch in meiner Grundschule auch sehr verwundert. Und noch komischer fand sie das, was meine Lehrerin ihr gesagt hat: „Frau Mainusch, ihre Tochter schreibt nur Einsen in den Diktaten. Die Paula muss auch mal eine Drei schreiben. Schließlich soll sie lernen, dass im Leben nicht alles perfekt läuft.“ Natürlich habe ich keine schlechtere Note in Deutsch geschrieben. Das Schulfach lag mir nämlich schon immer ganz gut. Deshalb habe ich später auch den Deutsch-Leistungskurs belegt, habe Germanistik studiert und bin dann bei Bensing & Reith gelandet.

Man könnte meinen, dass ich der deutschen Sprache mächtig bin. Wie ich dir im Vorspann aber schon angedeutet habe, war das vergangene Woche nicht der Fall. Ich habe Steffen einen Artikel zum Korrekturlesen ausgedruckt und kurz darauf folgende Geräusche vernommen: Ratsch, ratsch. Man könnte meinen, dass ich den Bensing und den Reith mit der Korrektur ganz schön auf Trapp gehalten habe. Dir fällt der Rechtschreibfehler im vorherigen Satz gar nicht auf? Na, dann bist du vielleicht ein genauso großer Kevin-Trapp-Fan wie ich – haha. Zugegebenermaßen ist der ja auch echt ein Schönling…

Trab wird mit „B“ geschrieben! Und damit du solche und weitere Rechtschreibfehler vermeidest, gebe ich dir paar poetische Meisterwerke an die Hand:

• Wer nämlich mit „H“ schreibt, ist dämlich

• Seit bei Zeit

• Doppel-A, das ist doch klar, sind in Waage, Haar und Paar!

• Wer brauchen ohne „zu“ gebraucht, braucht brauchen überhaupt nicht zu gebrauchen

Und seit vergangener Woche ist eine neue – von mir erfundene – Eselsbrücke dazugekommen, die ich gern in die Sammlung deutscher Eselsbrücken aufnehmen würde. (Wenn es so etwas überhaupt gibt…)

• Mit „P“ ist Kevin Trapp nur schlapp. Benutzt du das „B“, dann ist er auf Trab

Gern geschehen, liebe ständig wachsende Fangemeinde. Genau mit diesen Merksätzen bin ich gut durch meine Diktate in der Grundschule gekommen, durch meinen Leistungskurs, durch mein Germanistik-Studium und durch die bisherige Zeit bei Bensing & Reith. Und ich bin mir ganz sicher, dass durch diese Merksätze der Stift von Steffen bald nicht mehr „ratsch, ratsch“ machen wird.

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