Wie man es nicht macht!

Wie du ja schon erfahren hast, ist Wahlkampfmanagement eines der Steckenpferde unseres Schaffens. Osthessen-News war dies kürzlich sogar eine Geschichte mit dem Titel „Die Bürgermeister-Macher“ wert. Unter anderem bereiten wir unsere Schützlinge auf Podiumsdiskussionen vor. Ohne überheblich zu sein: Da kennen wir uns aus. Schließlich haben wir viele verfolgt und eine große Anzahl sogar moderiert. „Seid in Sachthemen kompetent und fair im Umgang mit euren Mitbewerbern.“ Dies ist unser Credo, dies geben wir unseren Schützlingen stets mit auf den Weg. Mit Erfolg. Und dann passiert in der Nacht zum Donnerstag in den USA das wahrlich Unfassbare. 

Von Steffen Reith

Es geht um nicht weniger als um das wichtigste Amt der Welt. Diesem sollte man mit Anstand, Fleiß und Ehrfurcht begegnen, wenn man es denn gerne haben oder es behalten will. Donald Trump hat in den vergangenen vier Jahren bewiesen, dass er keine dieser Eigenschaft besitzt. Insofern kann man schon nachvollziehen, dass sein Widerpart Joe Biden ihn als „schlechtesten Präsidenten der US-Geschichte“ bezeichnet.

Das erste Fernsehduell zwischen Trump und Biden war derart niveaulos, dass man es Kindern und Jugendlichen gar nicht zeigen sollte. Denn nicht einmal einen Anflug von Erziehung hat der Amtsinhaber bewiesen. Und auch die Anwürfe des Herausforderers wurden im Verlauf der Diskussion immer verletzender.

Ich war zwar schon in den USA, lese viel über das Land und bin stets an den Entwicklungen interessiert. Dennoch maße ich mir nicht an, ein USA-Kenner zu sein. Was mich aber umtreibt, ist die Frage, ob es in diesem großen Land nicht zwei andere Personen gibt, die von ihren Parteien für die Präsidentschaft nominiert werden könnten. Man braucht doch gar nicht so viel, die jüngsten Bewerber haben die Messlatte quasi in die Nähe der Grasnarbe gelegt. Fleiß, Empathie und Ehrfurcht vor dem Amt (siehe oben) wären jedenfalls schon mal gute Voraussetzungen für eine Kandidatur. Und zweifellos sollte auch eine gewisse Erfahrung in Beruf und Politik vorhanden sein. Müssen aber tatsächlich Menschen antreten, die weit über 70 sind? Nichts gegen ältere Leute. Aber gerade bei Joe Biden habe ich größte Bedenken, dass er gesundheitlich vier Jahre als Präsident aushält. Die Demokraten haben es jedenfalls erneut nicht geschafft, einen adäquaten Gegenkandidaten für Trump aufzustellen. Denn hätten sie vor vier Jahren jemand anderes als Hillary Clinton aufgestellt, wäre es womöglich nie zu einem Präsidenten Trump gekommen.

Jedenfalls hallt diese „Diskussion“ von Donnerstagnacht nach und verspricht den schmutzigsten Wahlkampf der US-Geschichte. Der Anfang hierfür ist leider gemacht. Dabei braucht dieses Land doch dringend einen Menschen an der Spitze, der das Volk eint und durch alle aktuellen Krisen führt.

Trump will das nicht, Biden kann es nicht. Und es wird immer schlimmer: Der Präsident flirtet öffentlich mit Rechtsnationalen und stellt in Aussicht, dass er bei einer Niederlage das Ergebnis nicht anerkennen wird.

Ich bin kein Schwarzmaler. Aber es stehen uns unglaublich schwere Zeiten bevor. Wir haben ja in unserem Land genug zu tun und viele Probleme zu lösen. Von daher wäre ein starker Partner an der Seite enorm wichtig. Dies ist nämlich nicht nur im Privaten, sondern auch in der Politik so. Aber Fakt ist eines: Dieser starke Partner werden die USA in den kommenden Jahren nicht sein. Weder mit Präsident Biden noch mit dem anderen, der sich die Bezeichnung „Clown“ durchaus verdient hätte. Wenn die Sache nicht so ernst wäre.

Die erste Fernsehdebatte zwischen Trump und Biden habe ich jetzt im Archiv. Denn sie hat tatsächlich einen positiven Effekt: Wir werden sie zu Schulungszwecken verwenden und unseren Schützlingen zeigen. Tenor wird sein: So macht man es nicht, wenn man gewählt werden will.

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